aquila non captat muscam

noch mal die Seher

  19. 2. 07 Mo

Aus Groß-Plasten zurück; ein schöner Ort, idyllisch gelegen in herbromantischer meckelbörger Landschaft. Gleich in der Nähe Klein-Plasten, ebenfalls von eim Schloß gekrönt, das einst dem Marschall Vorwärts, also Blücher, gehörte. Erwähnenswert auch deshalb, da mir von meim Dorf seit früher Jugend die Blücherschanze im nahen Wald ein fester Begriff war.

Die Lesung längst abgehakt, aber trotzdem läßt mich das Thema nicht los. Waren hernach doch sehr anregende Gespräche und ein großes Unbehagen am Lauf der Dinge schwang bei fast allen mit. Und gestern kam dann noch von einer Besucherin ein Verweis zum Thema.

Bin auch selber auf die Suche gegangen und wurde mehr als fündig. Was diese Seher erschaut haben, kann eim schon den Atem verschlagen, wenn man diesen fortschrittsgläubigen Trugbildern instinktiv mißtraut – vor allem wegen der Hybris.

Und die Sprache dieser Seher läßt erkennen, daß sie beschreiben, was sei erschaut. So sagt z.B. ein Jakob Lorber der von 1800 bis 1864 gelebt hat:

"Vor diesem Kriege wird eine allgemeine Untreue eintreten, die Menschen werden Schlechtigkeit für Tugend und Ehre, Betrügerei für Politesse ausgeben."

Gemeint ist dabei die finale Katastrophe, der seit einiger Zeit aus dem Bewußtsein verschwundene doch mögliche 3. Weltkrieg..
Und auch die Voraussagen oder Weissagungen des »Spielbähn« Bernhard Rembold (1689–1783)  sind nicht ohne. Die Ausschnitte beziehen sich zunächst auf eine längst geschehene Zeit (es darf geraten werden) und in den letzten Zeilen auf unsere Situation und unser Naturverständnis.
16.  Er wird der Welt sein eine Geißel Gottes und den König der Tiere in seinem Namen führen.
19.  Gleichwohl folgt ihm die Rache Gottes auf dem Fuße.
20.  Dann er sterben wird als geschlagener Mann, der keinen Freund mehr hat, und ist verbannt und verlassen im weiten Meer.
41.  Und der Menschenwitz wird Wunder schaffen, weshalb sie Gott immer mehr vergessen werden.
42.  Sie werden Gottes spotten, weil sie allmächtig zu sein wähnen.

Zu guter letzt noch ein drittes Beispiel aus lägnst vergangener Zeit, eine Vision, die für sich zweifelsohne besprochen darf die Jetztzeit geschaut zu haben..

Die Verse sind von Mutter Shipton (Ursula Southiel), einer merkwürdigen Frau, die 1488 in einer Höhle in Knaresborough (Yorkshire, England) geboren  wurde. Sie bekam ihre Gabe die Zukunft vorherzusagen im Alter von 24. Ihre Weissagungen, typisch für diese Zeit, wurden in Rätseln gemacht, oft in Versen. 

In diesen wunderlichen, fernen Tagen,
Die Frau wird eine Verrücktheit annehmen.
Angezogen wie Männer, und langen Hosen
Und abgeschnitten ihre Haarlocken.
Sie reiten breitbeinig mit frecher Miene
Wie Hexen, jetzt, auf dem Besenstiel.

For in those wondrous far off days
The women shall adopt a craze
To dress like men, and trousers wear
And to cut off their locks of hair.
They'll ride astride with brazen brow
As witches do on broomstick now.

Ein hochspannendes Thema !  Tja, wir leben schon in einer komischen, um nicht zu sagen bekloppten Zeit. Wir glauben mit Hilfe der Wissenschaft so ziemlich alles über die Dinge zu wissen und wissen doch so gut wie gar nichts über die Zukunft.

20.2.07 00:19

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