Der Untergang des Abendlandes
5. 5. 08 Mo Die Zeit vergeht, der Frühling hat derweil Einzug gehalten und damit hat sich die Situation für die Raucher merklich entspannt. Doch halt, das ist hier gar nicht der Raucher-Club; der ist ja nebenan. Aber wo ich mal hier bin, könnte ich endlich wieder einen Text niederlegen, der für sich stehen kann und gleichsam auf eine Veranstaltung verweist für diese Woche noch. Daß die Welt sich in eim rapiden Wandel und großem Umbruch befindet, pfeifen mittlerweile schon die Spatzen von den Dächern. Und je mehr in Bewegung ist wie auch noch gerät, um so weniger gewiß und vorstellbar und vor allem planbar wird dann auch die Zukunft. Aber andererseits leben wir in Zeiten höchster Effizienz und Berechenbarkeit (oder Berechnung ?!) und verlassen uns gerne auf wissenschaftliche Kompetenz und Planung. Hm, irgendwie wollen die beiden Sätze nicht zusammenpassen oder sind das die berühmten zwei Seiten der Medaille ? Nun, vielleicht blitzt durch diesen Zwiespalt auch ein Paradoxon, das uns Spätgeborene in unserer Abgeklärtheit und Überheblichkeit narrt, ja zum Narren hält. Denn noch niemals zuvor wurde so viel geplant und in die Zukunft extrapoliert.... wie heute und trotzdem war die Zukunft selten so ungewiß und unbestimmt (auf das Ganze gesehen, also global und lokal) wie in unseren Zeiten. Landen wir wie verheißen im technologischen Wunderland, in eim multimedialen, multikulturellen globalen Paradies oder finden wir uns irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft in einer barbarischen Situation wieder, wie sie nach dem Zusammenbruch von Wirtschaft, Gesellschaft und Staat durchaus eintreten kann oder setzt sich im Abendland womöglich eine moslemische Dominanz durch und in unseren Breiten gilt dann die Scharia .... Wer weiß, in der Weltgeschichte ist seit den Tagen Adams schon so einiges passiert, nicht wahr ? Die einen schaffen es nach oben und die anderen sinken herab und gehen schließlich ganz unter... Ein Schicksal, das nicht bloß allein die Neandertaler ereilt hat, die diversen Eiszeiten trotzten und sich insgesamt für mehrere Jahrhunderttausende in Europa behaupten konnten. Alles in allem doch eher schwierige und dabei umfassende Fragen, die seit jeher die großen Denker beschäftigt haben. Einer, der nun allmählich wiederentdeckt wird hat vor nicht ganz 100 Jahren den Versuch unternommen, in die Zukunft (vor allem der seiner eigenen Kultur) zu schauen mit eim ziemlich genial-einfachen Ansatz und einer höchst ausgefeilten Methode, nämlich einer organischen und analogen Sicht der Dinge, dh. der Geschichte und der Veränderungen in der Zeit und der daran beteiligten Akteure und Einheiten; allerdings mit einer nicht gerade hoffnungsvollen Prognose. Als Europa im Zenit seiner Macht stand, aber schon in Selbstzerfleischung begriffen war, erschien wie ein Wetterleuchten dies Werk, das den Niedergang Europas als weltbeherrschende Macht sozusagen als eine historische Notwendigkeit vorwecknahm und für jedermann unmißverständlich im Titel führte, der da lautet: 'Der Untergang des Abendlandes' Am Freitag den 9 . Mai 08 um 20.15 Uhr im LI-LA Literatur-Laden in Berlin-Charlottenburg - Wilmersdorfer Str. 9 Oswald Spengler - ‘Das Wesen der Sprache’ Eo Scheinder liest aus Oswald Spengler: „Der Untergang des Abendlandes“ , eim 1200 Seiten starken Monumentalwerk der Geschichtsphilosophie. Zum Vortrag kommen zwei Kapitel, in welchen die Sprache Thema ist und als ein universales Phänomen des bewegten Lebens gedeutet wird. Ein Ansatz, der die gewohnte Vorstellung von Sprache transzendiert, also weitestgehend übersteigt. Trotzdem alles andere als eine theoretische Abhandlung sondern sehr anschaulich und erkenntnisreich, ja spannend geschildert.
Letzte Einträge: Bücher, über die ma spricht, noch mal den Apho 1109, Apho 1109, Hypermoderne vs. Archaiker, Hypermoderne vs. Archaiker (Forts.), Rettungsschirme und Scheuklappen